Heimatringausflug

Heimatringausflug am 06.08.2017

Aktueller Erlebnisbericht vom Heimatringausflug 2017 nach Würzburg:

Frühaufstehen ist angesagt, wenn man an der alljährlichen Ausflugsfahrt des Heimatrings, dem auch unsere Siedlergemeinschaft angehört, teilnehmen möchte.
Um 6h10 trifft der von "Gabi" gesteuerte "Bus 1" ein, um die ersten Teilnehmer einzusammeln. Darunter der Organisator und Vorsitzende des Heimatrings Günther Magerl mit seiner Frau Elfi.
Weitere Stationen folgen, bis man am "Neuen Rathaus" auf "Bus 2" trifft, der ebenfalls schon Mitreisende eingesammelt hat.
Das Ziel der gemeinsamen Weiterfahrt ist heuer die kreisfreie Stadt Würzburg mit Sitz der Regierung von Unterfranken.

Der erste Halt von fast 45 Min. Dauer - ermöglicht durch die zügige, staufreie Anfahrt - erfolgt am Autobahn-Rasthaus Würzburg-Nord, von dem bereits ein sehr schöner Blick auf die Stadt und die darüberliegende Festung möglich ist. Auch von dieser Stelle schon fallen die zahlreichen Weinberge an den Hängen des Maintales ins Auge und die ersten Hinweistafeln informieren uns über die bekanntesten Rebsorten.

Nach kurzer Weiterfahrt steigen uns professionelle Fremdenführer zu und erklären kurzweilig und interessant die wichtigsten Dinge und Sehenswürdigkeiten der Stadt bei einer ersten Rundfahrt, die an der prächtigen Residenz endet.
Nach dem Aussteigen, nebst Fotoshooting der versammelten Teilnehmer durch den Pressevertreter, erfolgt die Begehung der Innenstadt in drei Gruppen. Alles ist perfekt organisiert und als Führung sehr ansprechend realisiert - z.B. durch eine eloquente, akzentfrei deutschsprachige Italienerin, die ihre Aufgabe liebevoll engagiert und höchst motiviert wahrnimmt.
Hier erfahren wir neben vielen historisch wichtigen Informationen auch nette, kleine, auflockernde Anekdoten:
Zum Beispiel, daß an einem, dem Thema Tod geweihten, Anbaugebäudeteil des Kilian-Domes, oft Jugendliche der Stadt einem Totenschädel in der Fassade eine Raucherpause gönnen, indem sie ihm eine Zigarette in die Zahnlücke stecken.
Oder, daß Bildschnitzer und Bildhauer Tilman Riemenschneider alleine für die Haarpracht seines Adams etwa 7 Monate Arbeit investierte. Riemenschneider, der seine Aufträge von der Obrigkeit erhielt, schlug sich übrigens beim Bauernaufstand auf die Seite der Aufständigen. Mit diesen Folgen:
Die Anführer des Aufstands – unter ihnen alle Würzburger Ratsherren – wurden in den Verliesen der Festung Marienberg eingekerkert, gefoltert und zum Teil grausam bestraft. Auch Tilman Riemenschneider war zwei Monate in Kerkerhaft, in der er "vom hencker hart gewogen und gemartert" wurde. Lange hielt sich die Legende, dass dem Künstler, der sich in die Politik verstrickt hatte, im Kerker die Hände gebrochen wurden und er danach nie mehr arbeiten konnte. Aber dafür gibt es keine Beweise. Jedoch erst gegen Zahlung der Hälfte seines Vermögens wurde er frei gelassen. Die nachtragende Obrigkeit sorgte dafür, dass Tilman Riemenschneider seine politischen Ämter und seine Arbeit verlor und bald in Vergessenheit geriet. Nach seiner Freilassung erhielt er nie mehr einen größeren Auftrag.

Nach dieser Begehung der Altstadt führt uns der Weg entlang des Mainufers, mit Blick auf die bekannte Marienfeste, direkt zum kulinarischen Höhepunkt unseres Ausflugs: der Einkehr in den Brauerei-Gasthof "Alter Kranen".
Hier können wir in aller Ruhe unser Mahl genießen und schlendern sodann erneut zur Residenz, dem Bauwerk von Baumeister Balthasar Neumann und seit 1981 UNESCO-Kulturerbe, wo uns noch einmal eine besondere Führung erwartet: Von der Empfangstreppe unter dem riesigen Deckenfresko bis zum, nach der Zerstörung durch die Alliierten-Bombardierung zwei Monate vor Ende des zweiten Weltkrieges, über Fotorekonstruktion aufwändig wiederhergestellten Spiegelkabinett.

Es folgen noch zwei Stunden zur persönlichen Verfügung zum Beispiel zur Begehung des Residenzgartens oder einer persönlichen Stipvisite bei der Verwandschaft oder nur dem gemütlichen Besuch eines Eiscafes an diesem Bilderbuch-Sommertag, bevor wir um 17h30 die Heimreise antreten und, dank "Gabi", kurz vor 20 Uhr wieder wohlbehalten in Weiden eintreffen.

Schade, daß es Günther Magerl, trotz finalem Aufruf per E-Mail an die vielen angeschlossenen Vereine, nicht gelungen ist auch den zweiten Bus ganz zu füllen. Kurzentschlossene Teilnehmer hätten es sicher nicht bereut.

Bericht: Stefan Volk - SG Waldrast

Heimatringausflug am 07.08.2016 nach Nürnberg

Ein Himmel in den weiß-blauen Landesfarben begleitete 75 Delegierte des Heimatrings bei ihrer Fahrt in die Frankenmetropole Nürnberg. Die beiden Reiseleiter, zweiter Vorstand Norbert Uschald und Bertram Schlosser, der für den erkrankten Günther Magerl eingesprungen war, freuten sich über das große Interesse der Delegierten, die zunächst mit professionellen Stadtführerinnen in einer einstündigen Busfahrt zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände fuhren. Die riesigen, überdimensionierten Bauten, welche teilweise die Zerstörungen im und nach dem zweiten Weltkrieg überstanden hatten, zeugen von dem irrsinnigen Größenwahn der damaligen Zeit.

Rund um den Dutzendteich führte die Fahrt dann auf den Keuperfels, wo das Wahrzeichen der Stadt, die Kaiserburg, die seit dem elften Jahrhundert majestätisch über der Stadt thront, auf die Besucher wartete, welche die weiteren Erkundungen nun auf Schusters Rappen absolvierten.

Hoch über Nürnberg erfuhren die Delegierten einiges von den Anfängen der Stadt bis zur Gegenwart. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von "nor" für steiniger Fels ab, welcher den von weit her sichtbaren Keuperfels mit der Burg bezeichnet. Erste Siedlungsspuren in der Nähe des heutigen Hauptmarktes datieren um das Jahr 850. Die eigentliche Stadtgründung ist nicht überliefert, könnte aber zwischen 1000 und 1040 gewesen sein.

Dann ging es bergabwärts in die Altstadt. Vorbei am ältesten Fachwerkhaus Nürnbergs aus dem Jahre 1338, besuchte die Reisegruppe aus Weiden das Albrecht-Dürer-Haus, welches an einer zur damaligen Zeit sehr belebten Stelle stand, da sich hier mehrere Handelsstraßen kreuzten. Später passierte man noch das Denkmal des Dichters im Schatten der Sebalduskirche, welche Dürers Tauf-, Hochzeits- und Heimatkirche war.

Letztes Ziel des geführten Rundgangs war der sogenannte historische Kunstbunker, eine Stollenanlage unter der Kaiserburg. Schließlich hatten die Delegierten auch noch Gelegenheit dem sogenannten "Männleinlaufen" - das Umgehen der Figuren an der Kunstuhr am Westgiebel der Frauenkirche - welches jeden Tag um 12 Uhr mittags zahlreiche Touristen anlockt, beizuwohnen. Nach der Mittagspause im "Bratwurst Röslein" erkundete die Weidener Reisegruppe die Altstadt noch auf eigene Faust.

Bericht/Bild: Reinhold Dobmeier

Heimatringausflug nach Landshut am 02.08.2015

Heimatring erkundet die Fremde

Weiden. Es ist die heimlich Landeshauptstadt Bayerns, die 100 Gäste aus über 40 Vereinen der Stadt beim Ausflug des Heimatrings besucht haben.
Die Stadt, die einst die Wittelsbacher Herzöge als Hauptstadt Bayerns vorgesehen haben, heißt Landshut. Im Jahr 1204 gründete Herzog Ludwig I. der Kelheimer die Stadt. Sie sollte das Land hüten, daher rührte auch der Name der Niederbayernmetropole. Drei Hüte im Stadtwappen beziehen sich darauf. Heute leben 68 000 Einwohner in der Stadt an der Isar, und die Altstadthäuserzeile bildet das Zentrum.

Das und mehr - vor allem auch über die Burg Trausnitz oberhalb der Landshuter Altstadt - erfuhren die 100 Gäste beim Heimatring-Jahresausflug. Vorab hatten Vorsitzender Günther Magerl und Bertram Schlosser die Reise erkundet. Zusammen mit Norbert Uschald begleiteten sie die Gäste in den beiden Bussen.

Die Burg Trausnitz war laut Stadtführerin ein Vierteljahrtausend Residenz und Regierungssitz. Zudem erklärte sie: Die Stadt wird alle vier Jahre Schauplatz der "Landshuter Hochzeit", dem größten europäischen Schauspiel mit 2500 Mitwirkenden, für die es eine Ehre ist mitzuspielen. In der Burg waren Kunst- und Wunderkammern mit Unikaten sowie exotischen Tieren zu bewundern.

Diese Sammlungen der Wittelsbacher aus dem 16. Jahrhundert gelten als Vorläufer der heutigen Museen. Jedoch zerstörte ein Großbrand 1961 einen großen Trakt der Burg, der aufwendig rekonstruiert wurde. Der gutbürgerliche Mittagstisch fand in der Tafelwirtschaft Schönbrunn statt.

Im Anschluss besuchten die Ausflügler die Stadtresidenz, die als Renaissancepalast italienische Baukunst verkörpert. Das Rathaus inmitten der durch den Krieg verschonten Prachtstraße mit schmucken Giebeln der Bürgerhäuser stellt auch heute noch den Mittelpunkt des Landshuter Stadtlebens dar. Im Rathausprunksaal beeindruckten die großformatigen Wandgemälde mit Szenen aus der "Landshuter Hochzeit".

Vor der Heimreise besichtigten die Weidener die Basilika St. Martin und genossen in einem Straßencafé das Leben in Landshut.

Bericht/Bilder: Reinhold Dobmeier

Heimatringausflug nach Augsburg am 03.08.2014

Auf den Spuren der Fugger bis Brecht und Diesel

Heimatring auf Zeitreise durch 2000 Jahre Schwabenmetropole Augsburg

Weiden. Einen kulturellen Volltreffer landete der Heimatring mit dem Reiseziel Augsburg, in die drittgrößte Metropole Bayerns. Mit über 275.000 Einwohnern ist die Hauptstadt Schwabens auch drittälteste Stadt des Freistaates mit Gründung als römisches Militärlager im Jahre 15 v. Chr. durch Kaiser Augustus Vindelicum als Kolonie des römischen Reiches.

Heimatringvorsitzender Günther Magerl und Bertram Schlosser erkundeten vorab das Reiseziele und verbuchten als Reiseleiter eine Rekordteilnahme von 104 Vereinsvorständen und Delegierten mit Warteliste und zwei vollen Bussen, einschließlich der Verbindungsstadträtin Gabi Laurich. Am Vormittag stand die Fuggerei auf dem Programm, die im Jahr 1524 von der wohlhabenden Kaufmannsfamilie der Fugger erbaut wurde und als älteste Sozialsiedlung der Welt gilt. Noch heute leben hier 150 bedürftige Bewohner in einer Stadt in der Stadt, für den symbolischen Mietpreis von 88 Cent Kaltmiete im Jahr. Sogar einen Luftschutzbunker gab es dort im II. Weltkrieg.

1518 veröffentlichte Martin Luther seine protestantische Religionslehre in der Stadt. Der Augsburger Religionsfrieden im Jahr 1555 prägte das Selbstverständnis der Stadt zu Frieden entscheidend. Noch heute werden deshalb das Friedensfest am 8. August als Feiertag nur in Augsburg begangen und der Augsburger Friedenspreis vergeben. Zahlreiche Wassertürme, das Wasserkraftwerk zeugen von einer langen Tradition des Wasserbaus. Mit dem „Wasserbau, der Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg“ bewirbt sich die Stadt für die UNESCO-Liste des Welterbes.

Nach dem gutbürgerlichen Mittagstisch in den „Zeughausstuben“ zeigten die drei Gästeführer die touristischen Highlights und prägende Elemente des Stadtbilds zugleich, die Maximilianstraße, das Rathaus mit seinem Goldenen Saal, daneben den Perlachturm, die drei Prachtbrunnen gewidmet Kaiser Augustus, Herkules und Merkur sowie das Schaezlerpalais, das Weberhaus stehend für die Tuchindustrie, die Moritzkirche und der Dom „Mariae Heimsuchung“ mit Bischofssitz.

Zwischen Italien u. nördlichen Länder war Augsburg ein wichtiger Knüpfpunkt und entwickelte sich schnell zu einem Banken und Wirtschaftszentrum, wodurch auch die Fugger und Welser wichtigen Reichtum erreichten. Schließlich wurde Karl der V. durch finanzielle Unterstützung der Fugger im Jahre 1519 zum Kaiser gewählt. 1620 wird das berühmte Rathausgebäude mit dem Goldenen Saal durch Stadtbaumeister Elias Holl fertiggestellt. Die Besetzung der Stadt durch die Schweden erfolgte 1632, die unmittelbar danach aus der Stadt vertrieben wurden und 1650 fand danach das erste Friedensfest statt. Der Verlust der Reichsfreiheit und Eingliederung in das Bayerische Königreich erfolgte 1806.

Das Jahr 1893 war eine sehr historisches Jahr im Namen der Technik und des Maschinenbaus. Rudolf Diesel entwickelte den nach ihm benannten Dieselmotor, Linde entwickelte und konzipierte erstmals auf der Welt die erste, nach ihm benannte mit Methylether arbeitende Kältemaschine und lässt dies in der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN AG) herstellen. Messerschmitt konstruierte ein Düsenflugzeug und produzierte dies in Augsburg erstmals in der heutige Firma EADS Augsburg und wird somit ein wichtiger Standort für Maschinenbautechnik. Was im Namen der Technik im Jahre 1917 die Stadt Augsburg erhält, ist das elektrische Licht, den auch eine dunkle Geschichte folgt, der II. Weltkrieg, in dem Augsburg bedingt durch den rüstungsstandort schwer getroffen wurde. 1945 ziehen die amerikanische Streitkräfte in die Stadt ein und 1946 fängt Wiederaufbau der Stadt Augsburg und Deutschland an.

Messerschmitt konstruierte ein Düsenflugzeug aus dem die Firma EADS entstammte. Die „Augsburger Puppenkiste“ mit ihren Marionetten Urmel, Jim Knopf und Räuber Hotzenplotz kennt jedes Kind aus dem Fernsehen.

Heute ist Augsburg am Lech Universitätsstadt, Wirtschafts- und Industriezentrum mit Sitz der Regierung von Schwaben, Forschungs- und Entwicklungszentrum für angesehene Elektronik-, Avionik-, Computerindustrie und Maschinenbautechnik anbietenden Firmen, Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Bericht/Bild: Reinhold Dobmeier

Tagesausflug in die Goldschlägerstadt Schwabach

Goldrichtiges Ausflugsziel

Heimatringmitglieder erkunden Schwabach

Weiden. Schwabach gilt als Goldschlägerstadt. Dort hergestelltes Blattgold findet in der ganzen Welt Abnehmer. Zum Beispiel haftet es an der Freiheitsstatue in New York. Das und mehr erfuhren die 75 Reiseteilnehmer aus 32 Mitgliedsvereinen des Heimatrings beim Jahresausflug in die 40 000 Einwohner zählende Stadt in Franken.
Heimatringvorsitzender Günther Magerl und Bertram Schlosser organisierten den Ausflug am ersten Sonntag in den Ferien.

Dabei erfuhren die Teilnehmer im Stadtmuseum, dass Schwabach auch als Metallerstadt gilt. Die Rede ist von der Herstellung von Nadeln, Schrauben, Metallfedern und Nägeln sowie der Leonischen Drahtwerke, die in einer Ausstellung spannend präsentiert werden. Ein riesiger Goldwürfel aus 23,5 Karat Schwabacher Blattgold, die "Goldbox", leuchtet zudem im Schwabacher Stadtmuseum. In der historischen Blattgoldschlägerei führte Goldschlägermeister Werner Auer das historische Handwerk vor, bei dem Federhämmer das Gold immer mehr verjüngen, bis das hauchdünne Blattgold entsteht.

Sehenswert war auch die Ausstellung der Miniaturspielsachen und Lokomotiven von Fleischmann, die ein Eldorado für Eisenbahnfreunde darstellte. Eine Reise durch die Welt mit über 5000 Eiern bot die "Völkerkundlich Eiersammlung". Mit dem Schwerpunkt Ornithologie und historischem Naturalienkabinett beschäftigt sich das Wenglein-Naturmuseum und präsentiert unter anderem Vogelgelege und -nester.

Nach dem Mittagstisch im Gasthof "Goldener Stern" lenkte Stadtführer Reinhold Bohlsen in die sanierte Altstadt Schwabachs, die 1979 als erste deutsche Stadt die Prämierung mit der "Europa-Nostra-Medaille" für den Schutz des architektonischen und landschaftlichen Erbes in Europa erhielt. Herzstück des historischen Stadtkerns sind die Stadtkirche (1495), das Rathaus (1528) und der 1717 fertiggestellte "Schöne Brunnen". Am Rathaus gibt es zwei goldene Dächer, deren mit Blattgold überzogene Ziegel dank der finanziellen Beteiligung der Bürger ermöglicht wurde. Viele reizvolle Winkel und liebevoll gepflegte Gebäude waren entlang der Schwabach zu sehen.

Bericht: Reinhold Dobmeier

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Tagesausflug in den Bayerischen Wald

Kristallmuseum, Waldwipfelweg und Bogenberg besucht
Mit dem Heimatring in den abwechslungsreichen Bayrischen Wald

Weiden. Wenn das Reiseprogramm stimmt, wird das Wetter zur Nebensache. So geschehen beim Heimatringausflug mit einem abwechslungsreichen Tag im Bayerischen Wald mit im wahrsten Sinne des Wortes vielen Höhepunkten. Darunter der Waldwipfelweg mit 30 Meter Aussichtsplattform und der Bogenberg.

In zwei Bussen begrüßten die Reiseleiter Heimatringvorsitzender Günther Magerl und Bertram Schlosser 87 Gäste aus 36 Mitgliedsvereinen am Sonntag, 7. August 2011. Beide erkundeten vorab die Ausflugsziele. Die Fahrt führte vorbei an der Dr. Eisenbarth-Stadt Oberviechtach, dem Rötzer Becken, das die Schwarzach durchfließt, der Cham-Further Senke und Chammünster, der Urpfarrei des Bayerischen Waldes.

Über die Höhenzüge des Quarzfelskammes „Großer Pfahl“ als „Nationales Geotop“ erreichte man die Stadt Viechtach, sie zählt mit Eingemeindungen 14.000 Einwohner. Hier erwarte Rainer Klingel die Besucher in seinem Kristallmuseum, einer Sammlung von über 1000 Exponaten aus heimischen Mineralien und der ganzen Welt. Die Palette reichte vom sieben Gramm leichten Goldoktaeder bis zum mehreren Zentner schweren Riesenkristall. In der „Sage vom Pfahl“ erfuhr man die Entstehungsgeschichte des Felsenzuges, der aus der Begegnung einer Fee und dem Ritter Berthold herrühre, als aus einer Eidechse ein feuriger Drache entsprang mit weißen Drachengrad, der als Pfahl heute noch leuchtet.

Stadtführerin Maria Behnen nannte als Gründer Viechtachs den Grafen von Bogen und sie zeigte die unterirdischen Schratzengänge und Kammern aus früheren Zeiten, die unter den Viechtacher Häusern waren und in dessen Räumen die Herzen der Verstorbene weiterlebten. Sie führte in die Friedhofskapelle aus dem 14. Jahrhundert mit dreiflügeligen Schnitzaltar, Deckenmalereien und Gruft. Es folgte die Besichtigung des „Doms des Bayerischen Waldes“, der Rokoko-Stadtpfarrkirche St. Augustin mit Wessobrunner Stuckarbeit.
Gestärkt nach dem Mittagessen im „Nußberger Hof“ ging es weiter zum Waldwipfelweg, der auf 36 Masten die Besucher auf 30 Meter Gipfelhöhe der Bäume bringt. Leider war die Aussicht nicht so erquickend aber dafür brachten der Naturerlebnispfad mit Wissens- und Sinnesabenteuern und der Pfad der optischen Phänomene sehr informatives und unterhaltsames. Den Abschluss stellte der Besuch der Wallfahrtskirche am Bogenberg mit anschließenden Abendessen im Bergrestaurant „Zur schönen Aussicht“ dar, wo der klare Blick zur Donau und bis in den „Gäuboden“ nach Straubing reichte. Gestärkt ging es nach einem erlebnisreichen Tag nach Weiden über die Autobahn zurück.

Bericht: Reinhold Dobmeier

Klingende Ferienregion Vogtland erkundet

Klingende Ferienregion Vogtland erkundet

Musikinstrumente, Plauener Spitze und Brücken

Weiden. Die Ausmaße sind gigantisch, darum steht die Glötzschtalbrücke auch im Guiness-Buch der Rekorde. Aus 26 Millionen Backsteinziegeln erbaut ist sie die größte Ziegelbacksteinbrücke der Welt. Dies war aber nur eines der sehenswerten Ziele des Heimatringausfluges ins Vogtland.

Über Waldsassen, Eger und durch Tschechien erreichten die rund 100
Ausflügler in zwei Bussen, geleitet von Günther Magerl und Bertram
Schlosser, über die Ausläufer des Elstergebirges das Vogtland im südwestlichen
Sachsen.

Im Musikinstrumentenbaustädtchen Markneukirchen
besuchten sie das Paulus-Schlößl, ein spätbarockes Bürgerhaus, in dem
sich seit 1942 das Musikinstrumenten-Museum befindet. Die Sammlung
umfasst 4000 Exponate, darunter 3200 Instrumente aller Gattungen
und sämtlicher Kontinente. Die Führer erläuterten die interessante
Geschichte des Vogtländischen Musikinstrumentenbaus. Einmalig
ist die gestreckte Tuba, die mit einem Schallstückdurchmesser von über einem
Meter und einer Länge von 4,65 Meter die Besucher beeindruckte.
Von der kleinsten Geige mit 56 mm bis zum extragroßen Kontrabass
reicht die Kuriositätenliste.

Im benachbarten Gerber-Hans-Haus mit obervogtländischer Hochhaube
befand sich die Holzhandlung der Bogenmacherfamilie Knopf. Im
Erdgeschoss ist das Handelskontor mit sämtlichen Utensilien zu sehen
und im Obergeschoss wird die Entstehung eines Geigenbogens detailgenau
demonstriert. Im angrenzenden Sägewerk erfolgte der Holzschnitt
im Transmissionsbetrieb für Musikinstrumentenbau noch bis
zum Jahr 1991. Heut ist es Museum.

Über Aschberg in 936 Meter Höhe ging die Reise weiter nach Muldenhammer,
wo die Weidener die historische Stickerei „Meinels“ mit Schauwerkstatt
für Plauener Spitze besichtigten. Die Inhaberin Cornelia Zenker
erläuterte die Lochkartentechnik an der Punschermaschine, die seit 80
Jahren im vierteljährlichen Jahreszeitvorlauf nach Mustervorlagen produziert.
Momentan waren auch goldene Engelchen und grüne Tannenbäume
auf den Stoffbahnen.

Dank an Reiseleiter
Dann ging es weiter vorbei an der „Drei-Türme-Stadt“ Auerbach im
Vogtland zur Glötzschtalbrücke bei Mylau/Netzschkau. Nach der Stärkung
an der „Ketzels-Mühle“, einer Getreidemühle mit historischen Maschinen
die direkt an der Brücke liegt, traten die Heimatringfreude den Weg über die Autobahn nach Weiden an. Der Dank galt der Reiseleitung für die perfekte Organisation.

Die Glötzschtalbrücke

Das Bauwerk ist 78 Meter hoch und 574 Meter lang. Über 26 Millionen
Backsteinziegel verbauten die teilweise bis zu 1736 Bauarbeiter.
Für die Gerüste wurden etwa 23 000 Stämme benötigt.
30 Menschen verloren bei dieser gefährlichen Arbeit und den harten Arbeitsbedingungen ihr Leben.

Bericht: Reinhold Dobmeier

Heimatring besucht Rothenburg ob der Tauber

Heimatring fährt in die Fremde
In Rothenburg ob der Tauber tauchen 102 Weidener in die Welt des Mittelalters ein

Weiden. In wohl keiner anderen Stadt Deutschlands ist das Mittelalter so spürbar wie in Rothenburg ob der Tauber. Enge gepflasterte Gassen, kleine Fachwerkhäuser, Kirchen und alte Gemäuer prägen das überaus romantische historische Bild der Stadt. Heimatringvorsitzender Günther Magerl hatte die Idee, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen.

102 Delegierte aus 35 Weidener kultur- und brauchtumspflegenden Vereinen machten sich beim Tagesausflug bei angenehmen Temperaturen auf den Weg in den Ort an der Grenze zu Baden-Württemberg - und waren begeistert von der ehemaligen Reichsstadt. Bertram Schlosser und Norbert Uschald hatten sich vorab informiert und die Rolle der Reiseleiter übernommen.

Guter Zug rettet Stadt

Bei einer Stadtführung mit Julia Spörner lernten die Teilnehmer zunächst den "Meistertrunk" kennen. Feldherr Tilly hatte die Stadt im 30-jährigen Krieg erobert und hielt im Kaisersaal des Rathauses Gericht. Die Ratsherren sollten umgebracht, die Stadt zerstört werden. Um Tilly milder zu stimmen, bot der Kellermeister ihm einen Humpen Wein an.

Tilly versprach, Gnade walten zu lassen, wenn einer der Ratsherren imstande sei, den Krug in einem Zug zu leeren. Altbürgermeister Nusch hatte einen guten Zug, er schaffte es und rettete damit sich, seine Kollegen sowie die ganze Stadt vor dem Untergang. Spurlos ging die Tat an dem Helden aber nicht vorbei. Angeblich schlief Nusch darauf drei Tage und drei Nächte! Mehrfach im Jahr wird zur Erinnerung das Festspiel "Der Meistertrunk" aufgeführt.

Neben alten Legenden erfuhren die Besucher aus der Oberpfalz auch einige harte Fakten. So beträgt die Länge der Rothenburger Stadtmauer 3,5 Kilometer - 2,5 Kilometer davon sind begehbar. 12 000 Einwohner zählt die Stadt in Mittelfranken - 3000 davon wohnen innerhalb der alten Mauern. An einem der sechs Bastionstürme steht ein Spruch in lateinischer Sprache, der sich auch auf dem Flughafen in Tokio wiederfindet: "Friede dem der in die Stadt kommt und Heil dem der die Stadt verlässt."

Weiter ging die Führung in die historischen Gewölbe des Rathauses und in die Herrengasse, der Prachtstraße mit stattlichen Patrizierhäusern und schmucken Innenhöfen mit Holzpalisaden und Rundgängen. Von der Burgmauer schweifte der Blick der Besucher ins Taubertal.

Kriminalmuseum lockt

Das gemeinsame Mittagessen nahm die Reisegruppe im Hotel "Schranne" ein. Am Nachmittag beteiligten sich viele an der Führung in der St.-Jakobs-Kirche mit dem "Heilig-Blut-Altar" des berühmten Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider aus dem Jahr 1505. Der Sage nach besitzt er eine Reliquie erster Güte - einen Tropfen des Blutes Christi - was die Kirche zum Wallfahrtsort macht.

Andere Heimatringler nutzten die Möglichkeit, den Turm des Rathauses zu besteigen sowie das Kriminalmuseum, das Puppen- und Spielzeugmuseum oder das Deutsche Weihnachtsmuseum zu besichtigen. Ein Besuch im Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt, dem Mekka der Christbaumfans, durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Schneeballen im August

Das Mitbringsel aus Rothenburg schlechthin sind die original "Schneeballen", eine besondere Spezialität. Das kugelförmige Mürbteiggebäck, fand bei einigen Weidenern seinen Platz im Reisegepäck. Die mit Puderzucker bestäubten Schneeballen gibt es mit Schoko-, Mandel- oder Kokos-, mit Amarettomarzipan-, Eierlikörmarzipan- oder Nougatfüllung, was die Entscheidung für die Weidener Ausflügler um einiges komplizierter machte.

Auf der Heimfahrt machten die zwei Busse mit den Oberpfälzern zum Abendessen Halt im Gasthof zum "Bartl" in Sulzbach-Rosenberg, bevor die Zeitreise ins Mittelalter wieder im Weiden des Jahres 2009 endete.

Bericht: R. Dobmeier im "Neuen Tag"

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