Literaturabend

Einladung zu einem Leseabend in Zusammenarbeit
mit der Buchhandlung Stangl und Taubald

mit Toni Lauerer "Die schönsten Grimms Märchen auf Bairisch".

Für die musikalische Unterhaltung sorgt Theo Helgert
am Montag, 16.04.2018 um 20:00 Uhr im Vereinsheim
GTV Almrausch, Leuchtenberger Straße 44, 92637 Weiden

Eintritt frei - Gäste sind herzlich willkommen.

Leseabend mit Christian Höllerer am 04.04.2017

Gestik und Mimik sind einfach grandios. Dazu kommen eine unnachahmliche Artikulation und Texte von Ludwig Thoma bis Gerhard Polt. Christian Höllerer fesselt sein Publikum mit Worten

Bereits eineinhalb Stunden vor Beginn füllte sich der Saal der "Almhütte". Die Literaturtage-Abende des Heimatrings sind seit Jahren sehr beliebt. Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl freute sich, dass sich neben Mitgliedern seiner Organisation und Vertretern der örtlichen Politik noch gut 120 weitere Gäste zu der Veranstaltung eingefunden hatten.

Besonders dankte er Regionalbibliothek-Leiterin Sabine Guhl. Sie mache es möglich, dass alljährlich beim Heimatring eine Lesung läuft, obwohl die "Weidener Literaturtage" nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Unterstützt werde der Heimatring zudem vom Verleger-Ehepaar Alexandra und Martin Stangl, die auch heuer wieder einen Bücherstand mit passenden Titeln präsentierten.

Guhl stellte die Hauptperson des Abends vor. Christian Höllerer, Mitbegründer der Burgfestspiele Leuchtenberg und Regisseur der "Altneihauser Feierwehrkapell'n", "ist das Oberpfalztheater", sagte Guhl. Nach eigenen Angaben spielt der 60-Jährige seit 50 Jahren Theater und war schon vier Mal als Schauspieler bei den Luisenburg-Festspielen dabei.
Liebe, Alkohol und Tod

Um Kindheit, Liebe, Sex, Alkohol und Tod drehten sich die Geschichten und Gedichte, die Höllerer zu Gehör brachte. Es waren Teile aus Ludwig Thomas "Lausbubengeschichten", bissige Satire von Gerhard Polt, groteske Erzählungen von Karl Valentin und auch ein derbes Stück von Oskar Maria Graf.

Die Zuhörer erfuhren aus einem Schreiben des Landtagsabgeordneten Josef Filser, wie "saumäßig" es in Giesing zugehe, und von schlimmen Erlebnissen ebendort. Höllerer berichtete vom Antialkoholiker-Kongress und verlas den Liebesbrief eines Biertrinkers. Es folgte "Ein Münchner in der Hölle", bevor er mit einem typisch bayerischen "Gebet" eines Pfarrers aus dem Jahr 1864 schloss.

Tosender Beifall dankte ihm für seinen Vortrag, den das Trio "Gschwind" meisterlich begleitet hatte. Benjamin Jung (Vohenstrauß) mit der Posaune, Benedikt Scheidler (Woppenhof) mit dem Akkordeon und Siegfried Wifling (Stulln) mit dem Flügelhorn spielten zwischen Höllerers Texten das bekannte "Königlich-Bayerische Amtsgericht", das "Eisenkeilnest", die "Franzl-Polka" und viele andere zünftige Lieder. Das Publikum war begeistert.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Leseabend mit Martin Stangl am 19.04.2016

Mit zwei Begriffen zeigte sich schon, dass die Spannbreite wirklich groß war: "Klankermeier" und "Papst". Mit diesen Stichworten aus seinem Büchlein "Oberpfalz - 99 Dinge, die Sie wissen müssen" machte Martin Stangl die Besucher des "Heimatring-Leseabends" neugierig. Ein vergnüglicher Streifzug durch Wissenswertes in unserer Heimat wurde es deshalb in der "Almhütte".

Zwar erlaubt der Rotstift nur mehr alle zwei Jahre "Weidener Literaturtage", trotzdem entschloss sich der Heimatring, jährlich einen "Leseabend" zu veranstalten. Und das unter schwierigen Bedingungen: Denn (zum wiederholten Mal) trat man gegen den FC Bayern im Fernsehen an. Dennoch kamen knapp 100 heimatkundlich Interessierte, und es wurde, dank Stangl und der musikalischen Begleitung durch Theo Helgert, ein kurzweiliger Abend.

Buchhändler, Verleger und Autor Stangl berichtete von seinen umfangreichen Recherchen zu den "99 Dingen" aus der Oberpfalz. Vielfach sei er bereitwillig unterstützt worden. Der Oberpfälzer, wortkarg und verschlossen, öffne sich, wenn es um seine Heimat gehe. Beispielsweise beim "Wondreber Totentanz". In der kleinen Kapelle, in der Deckenfresken zu sehen sind, habe man ihm vertrauensvoll alleinigen Zutritt gewährt. Auch die Mitarbeiter der Glashütte Lambertz in Waldsassen hätten ihn in ihre Produktionsstätten gelassen.

Stangl ging zudem auf berühmte Oberpfälzer ein: Politiker, Musiker, den Kabarettisten Dieter Hildebrandt und den - vielen völlig unbekannten - Kommunisten Hans Beimler aus Waldthurn, der 1936 ermordet wurde und an dessen Beisetzung 300 000 Spanier teilgenommen hatten. In gekonnten Bildern zeigte der 55-Jährige den Gästen das kleinste Weinbaugebiet Deutschlands (die Winzerer Höhen an der Donau bei Regensburg), die Stätten, an denen zum Zweck der Seidenherstellung lange Seidenraupenzucht betrieben wurde (ebenfalls bei Regensburg), die Walhalla, die Landschaft um Regen, die Burg Stockenfels mit ihrer Geschichte als "Bierpantscher-Walhalla" und Stangls Favoriten in der Oberpfalz: den Markt Kallmünz.

Walter Klankermeier kommt im Büchlein deshalb vor, weil er einst bei Stangls Vater, als die Buchhandlung noch in der Frauenrichter Straße war, 20 Bibeln bar bezahlte. Die Geschichte des Nachtclubkönigs und seiner Ermordung wird detailliert erzählt. Über Papst Benedikt XVI. wird eine ganze Seite lang berichtet, weil der gebürtige Oberpfälzer dem Verfasser zwar ein Autogramm verweigerte, ihm aber per Brief den "Apostolischen Segen" übermitteln ließ.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Festabend mit "Bäff" am 21.04.2015 in der Almhüttn

Lieber "Bäff" als FC Bayern

Weiden. "Dou de net o!", "Misch de net ei!" So lauten CD-Titel von Josef Piendl. Doch der als "Bäff" bekannte Humorist und Musikant tat sich ab, mischte sich ein - und sorgte für einen unvergesslichen Literaturtage-Festabend beim Heimatring.

Im - wie erwartet - voll besetzten "Almrausch"-Vereinsheim freuten sich Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl und Regionalbibliotheks-Chefin Sabine Guhl, darüber, dass so viele Weidener das Fußball-Topspiel Bayern-Porto dafür "links liegen" gelassen hatten. Die Buchhandlung Stangl & Taubald präsentierte Piendls Buch- und CD-Veröffentlichungen, die der Autor gerne signierte. Eine der Damen am Bücherstand wurde im Laufe des Abends zu "Bäffs" Liebling. Ihre zahlreichen Tätowierungen forderten den Sprüchemacher immer wieder zu charmanten Bemerkungen heraus.

Ein weiterer "Liebling" war Bärbel aus Norddeutschland. Sie hatte sich auf die Frage Piendls "geoutet", ob Besucher von außerhalb Weidens ebenfalls im Saal seien. "Wisst's ihr den Unterschied zwischen jemandem aus ,Meck-Pomm' und einem Bayern?", fragte Bäff. "Wenn ich bei einem Auftritt in ,Meck-Pomm' gefragt hätte, ob ein Auswärtiger da ist - der Bayer hätt sich staad g'halten!"

So musste Bärbel immer wieder kleine Sticheleien ertragen. Etwa wenn Bäff bayerische Ausdrücke speziell für sie nochmals auf Hochdeutsch wiederholte. Oder wenn er kommentierte: "Die Bärbel aus ,Meck-Pomm' lacht übers ganze Gesicht. Das ist sehr charmant, weil sie versteht's Meiste nicht."

Eigene Lieder ("Weil i Depp net na sog'n ka", "Das Bandscheibenlied", "Nimmst des zruck?"), die Bäff selbst mit der Gitarre begleitete, begeisterten die gut 150 Gäste ebenso wie seine hintersinnigen Betrachtungen über die Oberpfälzer Laute "ou" und "äi". Die Besucher bogen sich vor Lachen, als Bäff, der 15 Jahre als Hochzeitslader tätig gewesen ist, mit Gstanzln über Anwesende aufwartete. Sabine Guhl musste dran glauben, Buchhändler Martin Stangl und Altbürgermeisterin Elisabeth Kraus ebenso. Siedlerchef Edi Nickl wurde als Mitglied beim Obst- und Gartenbauverein auf seine "Randbepflanzung" auf dem Haupt angesprochen. Und "Gabriele" (Stadrätin Gabi Laurich) musste Bier für den Sprücheklopfer holen, "weil ja der Seggewiß nicht da ist".

Mit Witzen und Geschichtchen unterhielt der 1964 in Roding geborene Bäff gute zwei Stunden lang, bis er schließlich im Schlusslied bekannte: "Wos is denn des? Des is ja gor nix!"

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Literaturabend mit Josef Fendl am 06.05.2014

Mehr vom "lustigen alten Mann"
Zwei Stunden durchgelacht: Josef Fendls "weiß-blaue Gspassettln" schlagen beim Heimatring ein

Weiden. "Wer lacht nicht gern mit dem lustigen alten Mann?" Das, erzählte Josef Fendl, habe mal ein Reporter über ihn geschrieben. Vor 18 Jahren. Mittlerweile ist der Autor von weit über 60 Büchern 85 Jahre alt. Und die Zuhörer beim Festabend des Heimatrings kamen zwei Stunden lang nicht aus dem Lachen heraus.

In der "Almhütte" blieb kein Platz frei: Vor ausverkauftem Haus las Josef Fendl seine meist bayerisch-derben Texte. Und die Gruppe "Mia nix dia nix" lieferte die passende Musik dazu. Bild: hcz Wegen des fulminaten Echos bei seiner Lesung vor zwei Jahren hatte Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl den pensionierten Lehrer und langjährigen Heimatpfleger im südlichen Regensburger Landkreis abermals für die Weidener Literaturtage verpflichtet. Der Besuch am Dienstagabend zeigte, dass sie nicht daneben gegriffen hatte. Mit fast 170 Gästen war die "Almhütte" lange vor Veranstaltungsbeginn hoffnungslos überfüllt. Heimatring-Chef Günther Magerl ließ zusätzliche Bierbänke aufstellen.

Sagen, Sprüche, Satiren

Fendl faszinierte die Zuhörer wieder mit Sagen, Sprüchen, Weisheiten, Satiren, Sprachspielereien und Kalendergeschichten. 11 Jahre lang war er Herausgeber des "Straubinger Kalenders" gewesen. Die verschiedenen literarischen Formen versah der Autor mit interessanten sprachwissenschaftlichen Erklärungen, die nie langweilig wurden. Seine Geschichten spielten vornehmlich im Bayerischen Wald, im "tiefsten" Niederbayern und in früherer Zeit.

Fendl, nach eigenen Angaben "ohne elektrisch' Licht" aufgewachsen, erzählte "Abschreckungssagen", also Geschichten, welche die Menschen von unrechtem Tun abhalten sollten. Die Protagonisten darin waren meist der Teufel, Geister, aber auch Nachtwächter, Knechte und Mägde. Auch Erinnerungen an seine Schulzeit fielen dem Autor ein. Wie etwa der Tadel durch das "Fräulein Stadlberger", als ihm zum Wort "Glocke" nur die "Rotz-Glocke" eingefallen war. "Bauern-Seufzer" überschrieb der im Landkeis Straubing/Bogen Geborene seine teils derben Kurzgeschichten. Wie etwa die von der Bäuerin, der "so warm ums Herz" war. Der Bauer daraufhin: "Koi Wunder. Du bist ja auch mit der Brust in der Suppenschüssel."

Man merkt dem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Autor die Liebe zur bayerischen Sprache an. Durch Kürze und Prägnanz zeichne sich diese aus, sagte er, und bewies es anhand mehrerer Beispiele. Als der Maxl einen Aufsatz mit dem Thema "Unser Hund" schreiben sollte, fasste er sich kurz: "Mia hom koan". Auch der "Preiß", der mit ausschweifenden Sätzen ein Thema angeht, das der Bayer mit drei Worten ausdrücken kann, wurde öfter zum Opfer von Fendls Spott.

Auch mal meditativ

Dass er auch zu Besinnlichem und Meditativem fähig ist, bewies er abschließend mit einer Geschichte von einem Mönch, der über den Gesang eines Vogels die Zeit vergaß. Die fünfköpfige Gruppe "Mia nix dia nix" (drei Hackbretter, eine Gitarre, ein Akkordeon) unter der Leitung von Cornelia Gurdan untermalte Fendls Vortrag mit passenden Stücken. Ein Stand präsentierte zahlreiche Bücher Fendls, darunter "Neue bayerische Gspassettln", "Sprüche zum Gesundlachen", "Weiß-blaue Gspassettln", "Literarischer Schnupftabak" und "Oh du heiliger Strohsack". Der Autor musste viel signieren und schließlich mehrere Zugaben gewähren.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"



Literaturabend mit Karl-Heinz Knorr am 22.10.2013

"Leseböjichl" für alle Lebenslagen
Autor Knorr schildert Geschicke und Missgeschicke der Oberpfälzer - "Grenzgangmusi" spielt
Weiden. Als "lustige und leichte Lektüre zum Entspannen und Genießen" empfiehlt Martin Stangl das "Oberpfälzer Leseboijchl" im Klappentext. Genießen konnten auf Einladung des Heimatrings gut 100 Besucher der "Almhüttn" einen "Vorlese-Abend" mit Autor Karl-Heinz Knorr - und lustig war's wirklich.
Neben den Heimatring-Verbindungsstadträten Gabi Laurich und Walter Leupold waren zahlreiche Persönlichkeiten der Einladung von Günther Magerl gefolgt, darunter Stadtrat Alois Schinabeck und Schulamtsdirektor a. D. Otmar Braun. Beide jedoch nicht nur aus Interesse an der Literatur, sondern weil sie Schulkameraden Knorrs waren. Dieser, Jahrgang 1945, war bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren Rektor an der Grundschule in Ehenfeld.

Außer dem Schreiben sei die Musik sein Hobby, bekannte der Vater zweier Kinder. Nach dem im Eigenverlag erschienen Büchlein "Hirschauer Stückln" ist das "Oberpfälzer Leseböijchl" sein zweites Werk. Vom Verlag Stangl & Taubald herausgebracht, ist es zum Preis von 6,99 Euro im Buchhandel erhältlich. Ein knorriger "Lese-Vogel" ziert das Umschlagbild. Aufgenommen sei er im Garten des Autors worden, berichtete Verleger Stangl. Aus einer "unscheinbaren Mappe" habe man in zweijähriger Arbeit das Büchlein geschaffen.

Nach einer (ernsthaften) Einstimmung, der Charakterisierung des Oberpfälzers - dem ersten Gedicht im "Leseböijchl" - ging es lustig und leicht weiter. Mal in Reimform, mal ungereimt, zog der Autor über die Lebenslagen der Menschen her. Vom Gang zum "Boder" (Friseur) bis zum Kirchenbesuch, von der ersten "Zigrett'n" des kleinen Fritz bis zum Wunsch des Buben, so etwas zu werden wie sein Opa: Rentner.

Witzig und hintersinnig berichtet Knorr im "Oberpfälzer Leseböijchl" über Geschicke und Missgeschicke. Von badenden Mädchen, von der Fahrt im Kettenkarussel, von Bratwürsten und Erlebnissen im Verkehrsunterricht. Die literarischen Vorlagen, die der Autor gab, setzte die "Grenzgangmusi" unter der Leitung von Cornelia Gurdan musikalisch um. Mit Hackbrett, Steirischer, Gitarre und Bass spielte die Gruppe stets Passendes zu den Geschichten aus dem "Böijchl".

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Festabend mit Helmut Zöpfl

Riesiger Bayern-Fan

Schriftsteller Zöpfl macht dennoch dem FCB Konkurrenz

Ein großer Bayern-Abend: Prof. Dr. mult. Helmut Zöpfl las beim Heimatring.

Nein, ein "Mundartdichter" ist er nicht. Genauso, wie er nie in einer Partei war. Auch wenn manche ihm das gerne anhängen wollten ("Ah, der Zöpfl ist jetzt bei den Grünen ..."). Natürlich sei er "für die Heimat". Aber er sei gegen Kitsch und dagegen, "das Bayerntum zum Deppentum" zu stempeln. Seine Bücher - wie viele es sind, weiß nicht einmal er selbst - hat er teils in bayerischer Mundart geschrieben. Aber deswegen sei er kein "Heimatdichter". Er habe höchstens "Karikaturen auf diese Art Literatur" verfasst.

Professor Dr. mult. Helmut Zöpfl begeisterte mit einer Lesung, die mit "Bayrisch durchs Jahr" überschrieben war, am Dienstag im Vereinsheim "Almrausch" fast 200 Besucher. Als Pädogoge ist er habilitiert. Einen "Dr.phil." und einen "Dr. rer.nat." hat der ehemalige Lehrer und spätere Hochschulprofessor ebenfalls. Sowie zwei Ehrendoktortitel, einer davon von einer russischen Akademie für eine theologische Arbeit. Aber er ist erfrischend natürlich geblieben. Freundlich, ruhig, "einer von uns". Eine seiner Töchter arbeitet beim FC Bayern München und sagt "Hoeneß ist der netteste Mensch der Welt", erzählt Zöpfl. Er selbst ist eingeschriebenes Mitglied beim FC Bayern. Als solches freut es ihn natürlich besonders, dass trotz des Bayern-Spiels der Saal brechend voll ist.

Genauso wie Günther Magerl, als Heimatringvorsitzender Veranstalter des Festabends im Zuge der 29. Weidener Literaturtage. Und Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl, die den "in die falsche Ecke gestellten Heimatdichter" als "Autor bayerischer Mundartliteratur" vorstellt.

Verfall der Sprache

Mit Gedichten und Geschichten aus seinen zahlreichen Büchern und Büchlein, sowie immer wieder frei vorgetragenen Erzählungen begeisterte der 75-Jährige sodann die Gäste. Zöpfl plädierte für Lesekultur und gegen pädagogische Irrwege. Er prangerte den Verfall der Sprache an und bezweifelte, dass es "Fortschritt" gibt. In seinem Buch "Das Klassentreffen" erzählt er von seiner Kindheit in Erding, von der Schulzeit mit "Holzscheitl-Knien" und "Tatzen-Steckerl", von der Lehrerin "Schuster-Kathl" und vom großen Vorteil, einen Onkel gehabt zu haben, der Bäcker war. Auch von "Klein-Paule" erzählte Zöpfl.

In der Kindheit habe man oft aufgeschlagene Knie gehabt, sei ohne Sicherungsgurt auf Bäume geklettert. Angesichts dieser "Risikofaktoren" habe "Klein-Paule" bei seinem 95. Geburtstag bezweifelt, ob er noch die 100 voll machen werde. Stürmischen Beifall erhielt Prof. Zöpfl für seinen Einsatz für Tiere, die er unbedingt als "beseelte Wesen" sieht und denen er in Gedichten über eine neue Schöpfung und einem "Mundart-Gebet für Tiere" große Bedeutung in seinem Werk einräumt.

Mit Hackbrett, Bass, Steirischer und Gitarre - und passenden Musikstücken - begleitete die "Oberpfälzer Grenzgangmusik" unter der Leitung von Cornelia Gurdan den Abend.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"





Festabend mit Josef Fendl am 24.04.2012

G'schichten aus dem Bayerischen Wald

"Literarischer Besenbinder" fegt durch vergangene Zeiten

Zusammen mit der "Oberpfälzer Grenzgangmusik" unter der Leitung von Cornelia Gurdan schenkte Josef Fendl fast 150 Besuchern in der "Almhütte" einen herrlich heiteren Abend. Ein Festabend des Heimatrings, der seinem Namen alle Ehre machte. Bei den Weidener Literaturtagen hat er sich längst als eine der beliebtesten Veranstaltungen etabliert.

Schließlich wird immer fröhliche Kost mit heimatlichem Bezug geboten - und das bei freiem Eintritt. Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl stellte den in Niederbayern geborenen Fendl vor. Der 82-Jährige, der sich gern als "Sohn eines Besenbinders" bezeichnet und zuerst Theologie studiert hatte, entschied sich später doch für den Lehrerberuf. Daher auch seine Kunst, Geschichte lebendig zu präsentieren, mit der Sprache zu spielen und die zweieinhalb Stunden seines Vortrags so lebendig zu gestalten, dass keinem auch nur eine Sekunde langweilig wurde. Die G'schichten und Sprüch' des passionierten Heimatpflegers und -forschers, der auch elf Jahre als Herausgeber des "Straubinger Kalenders" wirkte, fesselten die Gäste. Die meiste Zeit bog man sich vor Lachen.

Fendls Trumpf ist seine Vielseitigkeit. Der "literarische Besenbinder", von dem seit 1964 über 60 Bücher erschienen sind, ist als temperamentvoller Rezitator seiner Geschichten, Schwänke, Sprüche und Wirtshausaphorismen bekannt. Mit unnachahmlicher Gestik und Mimik zog er seine Zuhörer mit Erinnerungen aus seiner Kindheit (Buch erscheint in wenigen Wochen) in seinen Bann, erzählte er von wohligen Sommer in den Kornmandln auf den Feldern seiner Eltern, von schmerzhaften Erlebnissen beim Bader (Zahnarzt) oder von Hitlerbildern im Gymnasium.

Der 82-Jährige - "Gott sei Dank 17 Tage zu spät geboren, so dass ich nicht mehr in den Krieg einrücken musste" - berichtete von Holzschnitzern, Bauern, Teufeln und Mädchen aus dem "Wald". Kalendergeschichten, "kurz, bündig, knapp", handelten vom Zwist zwischen den "Waldlern", also den einfachen Menschen aus dem Bayerischen Wald, und den gegenüber diesen etwas hochmütig auftretenden Straubingern. Dass man Geschichte nicht "trocken" servieren muss, bewies Fendl mit einer historischen Erzählung über die Geburt des Thronfolgers von Heinrich VI.

"Dass sich Gedichte nicht unbedingt reimen müssen, wissen wir seit ein paar Wochen von Günther Grass", leitete Fendl seine Lyrik ein. Es folgten Bauern- und Wirtshaussprüche, Spitzen gegen das mit Anglizismen durchsetzte Neudeutsch, aber auch nachdenklich Machendes aus dem bäuerlichen Leben. Zum Schluss bewies der Autor mit der Lesung eines meditativen Texts abermals seine Vielseitigkeit. Die "Grenzgangmusik" harmonierte exzellent mit Fendl - mit Zwiefachem, Jodler oder Bolero. Die Zuhörer applaudierten begeistert und entließen Fendl und die Musiker erst nach etlichen Zugaben.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Festabend mit Bernhard Setzwein

Aus dem Tagebuch eines Wortschatzsuchers

Heimatschriftsteller Bernhard Setzwein liest bei Weidener Literaturtagen aus seinem "Blauen Tagwerk"

Weiden. Er ist ein "Heimatschriftsteller" der besonderen Art. Passt in keine Schublade, klemmt und sperrt sich gegen Jodler und Lederhosenklischees: Bernhard Setzwein. Am Dienstag ("Tag des Buches") las der gebürtige Münchner, der sich seit Jahrzehnten im Bayerischen Wald wohl und inspiriert fühlt, bei den 27. Weidener Literaturtagen im vollen Saal des Vereinsheims "Almrausch" aus seiner Neuerscheinung aus dem Lichtung-Verlag: "Das blaue Tagwerk - Journal der Jahre 1997 bis 2009".

Faszinierende Spannung

Inmitten bajuwarischer Gemütlichkeit mit gedrechselten Stuhllehnen, vor langen Biertischen, unter Hirschgeweihen, atmosphärisch unterstrichen durch das stimmige Quartett der "Oberpfälzer Grenzgängermusik" von Conny Gurdan, baut Setzwein die faszinierende Spannung auf, genau hierher zu gehören, und doch auch wieder nicht ins Bild zu passen dies mit einer Sprache, "die Funken schlägt".

Mit dem Stück über das "Zoiglbier" gelingt Setzwein der ideale Einstieg, baute er eine gute Brücke zu den Nordoberpfälzern im Saal. Darauf folgt eine bemerkenswerte Ernte aus 13 Jahren an Reisen in den Osten, an Traumprotokollen, Porträts (wie von dem bibliophilen Buchdrucker Christian Thannhäuser), Beobachtungen und Katzengedichten. "Spinnweben in den Wanderstiefeln: Zeichen, dass es wieder Zeit wird für einen Aufbruch", beschreibt Setzwein, das was ihn in Bewegung versetzt. Denn nur beim "Wandern kann er sich wundern", der preisgekrönte Autor der sich 2006 "Zu Fuß auf der Goldenen Straße" bewegte, gemeinsam mit seinen Freunden, den Schriftstellern Friedrich Brandl und Harald Grill, um den rechten Weg zu den Nachbarn im Osten zu finden und zu gehen. Auch die Entstehungsgeschichte seines Theaterstücks "3165 - Monolog eines Henkers", eine Auftragsarbeit der Stadtbühne Vohenstrauß, behandelt in poetischer Weise ein schwieriges Grenzgebiet.

Aktualität der Texte

Zweimal erschrickt der Vorleser selbst über die Aktualität seiner vor längerer Zeit verfassten Texte, die er nach Peter Handke ein "Fastnichts" nennt: Wenn er laut darüber nachdenkt, ob eine Hinrichtung nichts anderes als ein vorsätzlicher Mord aus Rache ist, und als er an anderer Stelle mit Überzeugung feststellte "Titelmissbrauch wird in Deutschland bestraft."

Doch Aufregung liegt Setzwein fern. Er sucht ihn lieber weiter, den "sagenumwobenen Wortschatz" - der mehr Wert sein soll als alles Rheingold des Nibelungen. Was sagt eine Zuhörerin am Dienstag spontan: "Dieser Setzwein baut Sätze so schön, dass sie in Seidenpapierl eingewickelt gehören." Recht hat sie.


Bericht: Anastasia Poscharsky-Ziegler, NT Weiden

Mundart-Leseabend

„Hoi, hoi, hoi"-Geschrei und andere Töne

Zum Schönwerth-Jahr: Mundart-Leseabend beim Heimatring mit Hans Hofmann und „Mia nix dia nix"

Weiden. Aus dem 1935 erschienen Buch „Oberpfälzische Sagen", welches hauptsächlich Sammlungen von Franz Xaver von Schönwerth enthält, las Hans Hofmann beim Heimatring in der „Almhüttn". Der Geburtstag des Oberpfälzer Volkskundlers und Sprachforschers Schönwerth jährt sich heuer zum 200. Mal.

Zeit seines Lebens hat er zahllose Märchen, Sagen, Legenden, Redensarten und Bräuche seiner Heimat gesammelt und aufgeschrieben. Über 100 Gäste aus den Reihen des Heimatrings lauschten begeistert der lebhaft und humorvoll vorgetragenen Lesung durch den als Drehbuchautor und Regisseur des Mundarttheaters „D'lustigen Konrader" bekannten Weidener.

Aus eigener Erinnerung berichtete Hofmann vom früheren Vorsitzenden des Oberpfälzer Waldvereins, dem Landgerichtspräsidenten Dr. Adolf Schuster, der 1959 auf dem Fahrenberg einen Gedenkstein für Schönwerth enthüllte. Sodann ging er auf dessen Sicht auf die Oberpfälzer Landschaft und deren Menschen ein.

Penibel notiert hatte Schönwerth die regionalen Unterschiede bei den Erzählungen von Druden, Zwergen und anderen unheimlichen Gestalten. Aus ihrer Kindheit kannten viele der Anwesenden die Geschichten vom „Hoi-Mandl", das mit furchterregendem „Hoi, hoi, hoi" Geschrei durch die Fluren fährt.

Sagenhafte erdkundliche Lektionen, religiöse Anekdoten und lokale Schwänke ergänzten die lehrreichen Ausführungen, die auch Bezirkstagsvizepräsident und OB-Vertreter Lothar Höher sowie den neuen Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadier sehr beeindruckten.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung durch die fünfköpfige Hackbrettmusik „Mia nix dia nix" unter der Leitung von Cornelia Gurdan. Virtuos trugen sie beispielsweise das „Dornröschen" vor, bei dem die Klöppel mit unglaublicher Geschwindigkeit über das Hackbrett sausen. Bei dem Lied über die „moderne Namensgebung" beklagten die Sängerinnen, dass heutzutage die alten Namen wie Simmerl, Blasius oder Veit aussterben würden. Unter Beifall der Gäste gratulierten sie schließlich noch Altbürgermeisterin Elisabeth Kraus musikalisch zum Geburtstag.

Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl dankte allen Beteiligten mit kleinen Präsenten. Hofmann wies die Heimatring-Freunde auf das Mund-art-Theaterspiel im nächsten Jahr hin.

Die „Lustigen Konrader" präsentieren dann anlässlich des Jubiläums „75 Jahre Sankt Konrad" das christliche Schauspiel „Bruder Konrad, der Heilige aus Bayern". Schon jetzt gelte es, sich Karten zu sichern.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Leseabend mit Gerd Burger am 20.4.2010

Gerd Burger

Der Krieg wie das Kino ...

... "die hinteren Plätze sind die besten": Lesung erinnert an Eugen Oker
Nicht nur Fernsehsendungen wie "Bayern, wo es kaum einer kennt" stammen aus der Feder von Eugen Oker. Das 1919 in Schwandorf geborene Multitalent - er war unter anderem Sammler, Topograph, Spielekritiker, Autor, Zeichner, Musikant - schuf neben gut 20 Büchern in Dialekt, Gedichtbänden und Romanen auch ein Kinderbuch, für das er vielfach ausgezeichnet wurde.

Berühmter Stoßseufzer

Den Lebensweg des Oberpfälzers schilderte Regionalbibliotheks-Chefin Sabine Guhl am Dienstag den Gästen der Weidener Literaturtage in der Almhütte. Auf Einladung des Heimatrings waren gut 200 Besucher gekommen, um die Kriegserinnerungen des Schriftstellers zu hören, die dieser mit dem oberpfälzischen Stoßseufzer "Brouda, da Gräich" untertitelt hatte.

In unverwechselbarem "Oker-Ton" las Gerd Burger (Regensburg) - er hatte das Oberpfälzer Original über die autobiografischen Texte aus Okers Buch "Zahlbar nach dem Endsieg" kennengelernt. Der Titel bezieht sich auf die Schuldscheine über Tausende und Abertausende von Reichsmark, die sich die Soldaten beim Kartenspiel während des Truppentransports oder an der Front ausstellten.

Oker, der als 21-Jähriger einrücken musste, hatte bald erkannt, dass "im Krieg, genau wie im Kino, die hinteren Plätze die besten sind". Burger las Okers Erinnerungen an Paris, an das "Leben wie Gott in Frankreich", die Verlegung nach Osteuropa, wo es "nicht mehr ganz so gspaßig war" bis zur Heimkehr aus Südtirol, wo er dem Krieg - gemäß dem rührseligen Wiener Lied - "ganz leise Servus" gesagt hatte.

Gelesen und gesungen

Zwischen die Kapitel streute Erhard Bablok mit rauer, kerniger Stimme Lieder und von ihm vertonte Gedichte Okers ein. Heimatringvorsitzender Günther Magerl dankte den Akteuren "im Jahr des weißen Goldes" abschließend mit Weidener Porzellan sowie mit "Heimatring-Wein".

Leseabend mit Paul Neugirg am 15.09.2009

Oberpfälzer Mundart und Töne im Dialog
Erster Leseabend des Heimatringes fand großen Anklang: Mit Paul Neugirg und der "Grenzgangmusik"

Einen literarischen Versuch außerhalb der "Weidener Literaturtage" wagte der Heimatring Weiden mit seinem ersten Leseabend in der "Almhüttn" und er hat sich gelohnt. Dabei las der Turmschreiber und Dialektautor Paul Neugirg aus seinem Buch "Neis Testament aaf oberpfälzisch" und die "Oberpfälzer Grenzgangmusik" gestaltete die Lesepausen.

Vorsitzender Günther Magerl begrüßte über 70 Heimatringfreunde, darunter die SPD-Stadträte Alois Schinabeck, Josef Gebhardt, Gabriele Laurich, Brigitte Schwarz und von der CSU Walter Leupold, Heimatring-Vize Norbert Uschald sowie zwei Ehrenmitglieder. Das Neue Testament als wichtigstes Buch der Menschheit brachte der aus Reuth bei Erbendorf stammende Dichter in seiner oberpfälzer Übersetzung zu Gehör. Mit Humor und manchmal etwas hintergründig ließ er den Menschenschlag der "Oberpfälzer" in seine Übersetzung einfließen und brachte die Anwesenden mit Kapiteln seines Buches, das im Verlag Stangl und Taubald mit Illustrationen erschienen ist, immer wieder zum Lachen.

"Zeaschd" lautet das erste Kapitel, dabei geht es um die Erschaffung der Welt und unserer bayerischen Heimat: "As Herzstück owa, vo unsan kloina Bayernland, des is als d Owapfalz bekannt. Dou leem nu aafrechte Leit, döi hom Kraft und aa a Schneid, sie saan schdoag in iane Gedankn, fürchtn se niad vo die Owabayern und Frankn, freia si nu üwa Klonichkeitn mit dene sie die Mitmenschn Vagnügn bereitn."

Ein Ohrenschmaus

Gekonnt setzte die "Oberpfälzer Grenzgangmusik" passend zum Autorentext gesangliche auf biblische Stellen umgemünzte Oberpfälzer Couplets musisch um. Leiterin Cornelia Gurdan (Mantel), Ulrike Remold (Plößberg) und Reiner Artmann (Mitterteich) begeisterten dabei mit Hackbrett, Gitarre, Harmonika und Gesang. Ein Ohrenschmaus war die "Invention" in A Moll von Johann Sebastian Bach, als Hackbrett-Duo gespielt von Gurdan und Remold.

Neuauflage angedacht

Im großen Schlussapplaus fand sich die Begeisterung der Zuhörer wieder und Günther Magerl bedauerte, dass auch ein schöner Abend einmal zu Ende geht, lobte die Musiker sowie Paul Neugirg und er zog eine Neuauflage des Leseabends in Erwägung.

Bericht: R. Dobmeier im "Neuen Tag"

Festabend mit Franz Hüttner am 28.04.2009

Franz Hüttner und die "Fletz-Musik" unterhalten mit bayerischen Schwänken

Unter dem Motto "Lauta Narrn - Bayerische Schwänke und Musik" hieß Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl in der gut gefüllten "Almhütt´n" zum Festabend im Rahmen der Weidener Literaturtage herzlich willkommen.

Franz Hüttner und die "Fletz-Musik" aus Püchersreuth mit Ulrike Märkl-Richter an der Harfe und Markus Märkl am Hackbrett führten durch das Programm. Das Trio vervollständigte Dieter Neubauer aus Neustadt am Kontrabass.

Franz Hüttner, Weidener "Urviech" und langjähriger Aktivist des Oberpfälzer Waldvereins, erzählte bayerische Schwänke aus den Sammlungen von Emmi Böck.

Das reichte von Kindheitserinnerungen ans Jaköble, der den Most aus dem Keller holte, aber den Hahn am Mostfass nicht mehr schließen konnte, jedoch während des Essens am Tisch nicht sprechen durfte, bis hin zum "Boder", der den Bauern beim Rasieren gleich ins Gesicht spuckte.

Abwechselnd lieferten sich die Künstler einen dynamischen und humorvollen Wettstreit für einen überaus gelungenen Abend. Ein seltsames Anatomieverständnis hatte der kleine Adolf, der sich nicht davon abbringen ließ, dass der Mensch zwei Lungenflügel besitze, denn er habe doch seiner Schwester schon beim Waschen zugeguckt.

Festabend mit Manfred Böckl am 22.04.2008

Manfred Böckl mit Conny Gurdan und Band

Keltische Sagen aus Bayern
Manfred Böckl geht bei den Weidener Literaturtagen dem Ursprung alter Erzählungen nach

"Von Alraunhöhlen und Seelenvögeln" - der Titel der Lesung lies es schon verlauten: Manfred Böckl entführte auf den Weidener Literaturtagen in das Reich der Sagen. Beim Heimatring im Vereinsheim Almrausch las er aus seinem gleichnamigen Buch alte Erzählungen aus Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz. Das Besondere daran: Alle davon weisen laut Böckl eindeutig keltische Motive auf.

Fast 120 Sagen

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Schriftsteller aus dem Bayerischen Wald in Romanen und Sachbüchern mit den Kelten und ihrer Mythologie. In der Sammlung "Von Alraunhöhlen und Seelenvögeln" hat Böckl fast 120 Sagen zusammen getragen, die er mit der keltischen Mythologie in Verbindung bringt. "Bayern war ja einmal keltisches Siedlungsgebiet", erklärte der Autor im Rahmen der geselligen Runde in Weiden. Gerade in der bayerischen Sagenwelt ließen sich keltische Elemente noch häufig auffinden, wenn auch meist christlich überformt.

Dass sich etwa die Kelten ihre Hauptgottheit in der Gestalt dreier Frauen vorstellten, ziehe sich durch eine ganze Reihe bayerischer Sagen. Böckl las dazu die Erzählung "Die drei Schwestern und der Bär" und trug anschließend wie bei jeder Sage die ebenfalls im Buch enthaltene Interpretation vor. Von einem Bären geplagt, der ihr auf den Rücken gesprungen ist, wird eine der Schwestern erst von ihrer Last erleichtert, als sie verspricht, eine Kapelle errichten zu lassen - laut Böckl ein Sieg der Christianisierung über das Heidentum.

Auch Sagen aus dem Bereich des keltischen Jenseits, der "Anderswelt" trug Böckl vor. Da ging es um 13 grüne Männchen, die dem arglosen Wanderer Speisen anbieten. Oder um ein plötzlich aus dem Boden geschossenes Wirtshaus, in dem Spiel und Tanz locken. Glücklicherweise widerstehen die Opfer zumeist den Versuchungen. "Denn sofern sie gegessen und getrunken hätten, wäre ihnen die Rückkehr ins Diesseits verwehrt worden", so Manfred Böckl. "Dies ist bekanntlich ein klassisches Erzählmotiv der keltischen Mythologie."

Unterhaltsamer Ausflug

Selbst wenn die Interpretationen der Sagen nicht immer wissenschaftlich fundiert wirken - der Tanz von Bauernfamilien um alte Birnbäume etwa wird schnell als ursprünglich heidnischer Ritualtanz ausgelegt -, bot Böckl einen unterhaltsamen Ausflug in eine andere Welt. Musikalisch gestaltet wurde der Abend von der Band um Conny Gurdan, die in selbst getexteten Liedern ihre eigenen Gedanken zur Schöpfungsgeschichte und anderen fundamentalen Ereignissen zum Besten gab.

Das Buch "Von Alraunhöhlen und Seelenvögeln - Keltische Sagen aus Altbayern" von Manfred Böckl ist in der Verlagsanstalt Bayerland erschienen und kostet 18,50 Euro.

Bericht: Susanne Wolke im "Neuen Tag"

Festabend mit Werner Steinmassl am 08. Mai 2007

Werner Steinmassl

Den Spiegel vorgehalten
Österreichischer Kabarrettist Werner Steinmassl zu Gast beim Heimatring
Weiden. "Arm sein - möcht' ich nicht für zehn Millionen!". Mit hintersinnigen Weisheiten sparte Werner Steinmassl beim Literaturtage-Festabend des Heimatrings nicht. Immer wieder schlüpfte er in andere Rollen - sowohl verbal als auch garderobenmäßig - und hielt der Menschheit den Spiegel vor: "seligen Trotteln, die maulaffende Kinder zeugen".

Steinmassl interpretierte, meisterlich begleitet von Dr. Walter Reckziegel am Klavier, Texte von Hörbiger, Moser und anderen. Agierte mit herrlicher Mimik und Gestik, parodierte bis ins Groteske und sang "heurige" und "gestrige" Lieder von Hermann Leopoldi bis Andre Heller.

"Tu, felix Austria, juble und jodle!", hatte Kulturamtsleiter Bernhard M. Baron aufgefordert. Ein "Österreich- Abend der besonderen Art" wurde es tatsächlich. Der in Graz geborene Schauspieler und Kabarettist Steinmassl begeisterte mit seinem stets temporeichen, schwarzhumorigen, hintergründigen und treffsicheren Vortrag. Manchmal blieb dem Publikum das Lachen im Hals stecken, wenn es sich selbst in der einen oder anderen Figur erkannte.

Die Wiener Melancholie, die Sehnsucht nach dem Tod klang immer wieder durch. Auch auf bayerische Vorkommnisse ging der Kabarettist ein. Er sang: "Ein Bär lebt in Bayern nicht lang." Das Publikum in der - bei freiem Eintritt - übervollen "Almhüttn" dankte es Steinmassl mit donnerndem Applaus. Dieser revanchierte sich mit mehreren Zugaben. Heimatring-Chef Günther Magerl belohnte den Kabarrettisten mit "Eslarner Bockl-Dampf" zur Erinnerung an seinen Auftritt in der nördlichen Oberpfalz.

Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

Festabend mit Albert Mühldorfer

Albert Mühldorfer

Humor und eine spitze Zunge
Albert Mühldorfer begeistert beim Heimatring seine Zuhörer

Weiden. Heftig gestikulierend, mit auf- und absteigender Stimme spielt Albert Mühldorfer Mann und Frau bei "122 Frühstücksdramen" und anderen Geschichten. Die Zuhörer lachen lauthals. Doch manchmal bleibt einem dieses Lachen im Halse stecken, wenn man sich in der einen oder anderen Figur selbst erkennt.

Beim Festabend des Heimatrings anlässlich der 22. Weidener Literaturtage, wo Mühldorfer vor einem proppenvollen Saal aus seinen Büchern las, zollten die Zuhörer dem Regensburger Autor mit tosendem Beifall Respekt. Sie waren vom spitzzüngigen, hintergründigen Humor Mühldorfers begeistert. Kulturamtsleiter Bernhard M. Baron hatte den 54-Jährigen, der durch seine Lesungen, Anthologiebeiträge und Rundfunkbeiträge bekannt geworden ist, als "Mann der schwarzhumorigen, hintergründigen und doppelbödigen Betrachtungen" vorgestellt. In "Ned blos Indiana" wird festgestellt: "Die Suche nach der Identität und ein spontanes, ungekünsteltes Verhältnis zu Humor und Ironie sind kennzeichnende Züge des ,Dialeggd-Dings' Mühldorfers". Seine weiteren Bücher "Vaheirat", "Ganz schee daschrogga", "Wie ich mir's denk" und zuletzt "Ruck a weng" (2004 erschienen) beweisen dies.

Viel ums "Hirn" ging's in der Lesung. Wenn es sich nach erster Erkenntnis "Sapprament, den kenn ich doch!" dann doch anders erweist. Und um die Liebe. "Wo anders als in der Liebe findet der Mensch seine Heimat?", fragte Mühldorfer. Es ging um "Phasen der Ehe", "Bindemittel einer Zweierbeziehung", aber auch um Besinnliches. Passend zu den jeweiligen Geschichten flocht das "Sait'n-Duo", bestehend aus Cornelia Gurdan (Hackbrett und Gesang) und Erich Fladerer (Gitarre), Lieder und Landler ein. Heimatring- Vorsitzender Günther Magerl dankte dem Dichter mit einem hochprozentigen Gruß aus Weiden, einem "Max- Reger-Tropfen".
Bericht: Bernhard Czichon im "Neuen Tag"

TEE ODER KAFFEE

mach ma r uns
an tee oder an kaffee?
was d magst
was magst n du?
mir is s gleich
sag halt, was d magst!
i mag, was du magst
i mag a antwort
aaf was?
aaf was e gfragt hab
wann?
grad
was hast n grad gfragt?
was d dringa magst
irgndwas
sag halt was!
a kakao waar amol ned schlecht
hamma leider ned dahoam
na mach ma r uns halt
an tee oder an kaffee



TRAUERFALL

laaft ma doch ned
mei exfrau übern weg
ganz in schwoaz, vastehst

mei mo, sagt s
bumperlgsund war a
fallt um _ dood _ vastehst

siehgst as, deng e ma
had da d scheidung
s lebn grett, vastehst

DAHOAM BIN E

dahoam bin e
wo ma s bett gmacht wird
und in da friah
da kaffee hoaß aaf m tisch steht

dahoam bin e
wo ma da aschnbecher ausgleert wird
und aaf d nacht
a boa flaschln bier im kühlschrank liegn

dahoam bin e
wo s is, wia r e s mag
wo s laaft, wia r e moan
wo doa wird, was e wüill

dahoam bin e
bei dir
du kennst me
und magst me trotzdem



HALLNBAD

fahr halt in d stood
s hallnbad häd grad no off
schwimmst a dreiviertl stund
des gangert no schee
a guade idee

scho sitz e im wagn
und an parkplatz findd e aa
direkt vorm tabakladn

steig aus
denk ma, a kistl zigarrn duad s aa
geh eine, kaaf s
und fahr wieder hoam



DONAUAUSBAU

D Donau is z eng
ausbaua wolln s e s

Aus da landschaft
oder was?

I konn s ma ned vorstöilln
bei dem gwicht und der läng.

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